Verspannungen - alles nur ein Mythos?

Verspannungen - alles nur ein Mythos?

ein Artikel von Sophie Burger und Peter Weese, Msc

 

 

Es zwickt und zieht bei jeder Bewegung. Wenn ich auf die betroffene Stelle greife, fühlt sich diese hart und verkrampft an. Ich versuche mit Mühe und Not die Spannung durch massieren etwas aufzulockern, merke aber schnell, dass ich keine Chance habe. Am Häufigsten findet man diese Art Schmerzen im Schulter-Nacken Bereich oder in der Lendenwirbesläule.

 

Wer liebt es nicht? Verspannungen! Aber was sind Verspannungen eigentlich? Und was passiert dabei in unserem Körper genau? 

 

Was sind Verspannungen wirklich?

 

„Wenn du wiederholt Verspannungen hast, sind deine Muskeln verkürzt, ziehen sich zusammen und werden dadurch hart.“

Eine Aussage, die man oft zu hören bekommt, sie entspricht aber nicht der Wahrheit. 

 

Studien zeigen, dass verspannte Muskeln anatomisch nämlich gar nicht härter sind. Bei Verspannungen sind die Muskeln tatsächlich „nur“ druckempfindlicher und schmerzen deshalb stärker als andere. Objektiv betrachtet sind sie allerdings kein bisschen steifer. Oft handelt es sich sogar nur um „gefühlte“ Verspannungen, unsere Muskeln fühlen sich also nur verkrampft und steif an, sind es im Endeffekt aber nicht.   

 

Was sind mögliche Ursachen für eine Verspannung?

 

Die meisten Menschen verbinden Verspannungen mit zu extremer körperlicher Tätigkeit (heben von schweren Gegenständen, tragen von schweren Rucksäcken oder Taschen,…) oder falschen Sitz- oder Schlafpositionen. Daran ist natürlich nichts auszusetzen und entspricht auch voll und ganz der Wahrheit. Was aber tatsächlich zur häufigsten Ursache für Verspannungen zählt, sind Stress, psychische Belastung und Inaktivität

 

1) falsche Sitzposition: 

 

Im Berufsleben sind Verspannungen nicht gerade selten, und zwar aus folgendem Grund: man sitzt den ganzen Tag herum, wechselt kaum die Position und „verharrt“ in einer bestimmten Haltung, meistens für mehrere Stunden

 

Für unseren Körper ist das der Alptraum schlecht hin. Aber nicht nur beim Arbeiten am Computer! Lesen von Büchern, Spielen von Videospielen oder Schreiben von Schulhausaufgaben sind genauso Aktivitäten, bei denen wir oft stundenlang in einer Position bleiben, ohne sie zu wechseln und uns zu bewegen. Und das Schlimmste: ohne es zu merken!

 

Daher ist sind stündliche kurze aktive Pausen (5-10 Minuten) bei positionsverharrenden Tätigkeiten wie diesen schwerstens zu empfehlen, oder zumindest ein regelmäßiges wechseln der Position.

 

2) zu intensive körperliche Tätigkeit: 

 

Egal ob beim Heben von zu schweren Gegenständen oder einem zu intensiven Sportprogramm: die Verspannungen kommen durch die zu geringe Kraft und Ausdauer der Muskeln, NICHT durch falsche Technik oder Bewegungen. Daher geht die weitverbreitete These „bei Verspannungen die Muskeln so gut es geht zu schonen und nicht mehr zu beanspruchen“, in eine komplett falsche Richtung. Dazu aber später noch mehr.

 

3) psychische Belastung und Stress: 

 

Langes seelisches Leid oder Überforderung im Privat- sowie Berufsleben sind Faktoren, die man in Hinsicht auf Verspannungen des Körpers nicht außer Acht lassen sollte! In dem Moment, wo wir Stress empfinden oder in einer psychisch schwierigen Lage befinden, sendet unser Gehirn Informationen an die Muskulatur und diese wird sofort angespannt. Eine anhaltende Steifigkeit macht sich breit und bleibt auch solange bestehen, bis sich der Stress oder das Leid gelegt hat. 

 

Wie behandle ich Verspannungen am effektivsten?

 

Wie bereits erwähnt, ist eine Schonung der betroffenen Muskelgruppen nicht der Weisheit letzter Schluss. Verspannte Muskeln sind meistens zu schwache MuskelnKräftigung und Training zählen, wie Studien bestätigen, bei Verspannungen zur effektivsten Therapiemöglichkeit, besonders nachhaltig betrachtet. 

 

Es gilt das Credo: aktive Strukturen brauchen aktive Therapie!

 

Was unsere Psyche angeht, handelt es sich um ein ähnliches Spielchen. Grundsätzlich liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, die Kompetenzen und Kapazitäten zu steigern und verbessern, egal ob psychisch oder physisch. Stresskompetenzen zu steigern ist selbstverständlich schwerer gesagt als getan, hilft aber bei der nachhaltigen Bekämpfung von Verspannungen um Weiten besser, als zum Beispiel Massagen. Und wenn wir schon dabei sind: Massagen und Faszientherapien bringen bei Verspannungen nur kurzzeitige Erfolge und sind für eine dauerhafte Bekämpfung nicht von Vorteil. 

 

 

 

Um einen nachhaltig verspannungsfreien Alltag zu leben und das unangenehme, verkrampfte Gefühl im Nacken, in den Schultern oder im Rücken loszuwerden, kontaktiere uns und stelle mit einem unserer Physios eine individuelle Therapie und Trainingsplan zusammen! Du wirst sehen, es lohnt sich!